Macondo-Festival 2006

Donnerstag, 09. November

20.00 Uhr, Theater unter Tage (TuT)

[Club der jungen Dichterinnen]

Nachdem der Abend mit drei jungen Lyrikern im vergangenen Jahr ein großer Erfolg war, lassen wir diesmal die Frauen zu Wort kommen. Drei Autorinnen, die zum Teil bereits mehrfach mit Gedichten in Macondo vertreten waren und zur Speerspitze junger deutschsprachiger Lyrik zählen, werden unter Beweis stellen, dass das Gedicht auch im 21. Jahrhundert begeistern kann.

Marion Poschmann

Pressestimmen:

"Ein Gedicht von Uljana Wolf zu lesen ist, als ob man arglos auf einen irgendwo herumliegenden Stein steigt und plötzlich mit dem Kopf in einem ungeahnten Zwischenreich steckt, einfach so." Sabine Franke, Frankfurter Rundschau

Marion Poschmann

Pressestimmen:

"(...) Dass man die poetische Auseinandersetzung mit der Idyllik auch aus großer Distanz führen kann, demonstriert die Dichtung von Marion Poschmann, eine der größten lyrischen Entdeckungen der letzten Jahre. (...)" – Michael Braun, Literaturen

"Marion Poschmanns Buch (...) ist einer der wichtigsten Gedichtbände der letzten Zeit und markiert die Rückkehr einer Naturlyrik auf höchstem Sprach- und Reflexionsniveau. Diese in wunderbaren, manchmal zunächst dunklen, dann blitzartig klaren Sprachbildern eingefangene Natur erobert sich auch hier die resignierende industrielle Zivilisation zurück. Und wo die Biologie keine Rätsel mehr offenläßt, muß die Sprache die Welt ins Wundersame und Märchenhafte überführen." FAZ

Gedicht:

kleines Rasenstück

100g Gras, wie Licht, das sich bewegte,
Licht, das knitterte, schnelle Lebensläufe
ohne Höhepunkte, Schwarzweißaufnahmen:
'nickende Blitze.

Gras spritzte auf, fiel über, Gras, von Winden
hingekritzelt, von Winden ausgedehnt nach
Zentimetern, Gras, dieser strenge Glanz, zu
Halmen gefaltet,

Gras überwog uns schon -- wuchs Gras darüber,
hob sich, senkte sich, wimmelnd, flimmernd, Gras, so
haltlos wurzelnd über dem hellen Abgrund
unserer Hirne.

Marion Poschmann wurde 1969 in Essen geboren und lebt heute in Berlin. Studium der Germanistik, Philosophie und Slawistik in Bonn und Berlin. Lehrtätigkeit im deutsch-polnischen Grenzprojekt "Spotkanie". Eine geplante Dissertation über Friederike Mayröcker und Francis Bacon wurde zugunsten der eigenen literarischen Tätigkeit aufgegeben. Marion Poschmann schreibt Lyrik und Prosa. 2002 erschien ihr erstes Buch, Baden bei Gewitter, in der Frankfurter Verlagsanstalt, im gleichen Jahr veröffentlichte sie im zu Klampen Verlag den Gedichtband Verschlossene Kammern. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien.

Im September 2004 erschien in der Frankfurter Verlagsanstalt Marion Poschmanns von der Kritik enthusiastisch aufgenommener Gedichtband Grund zu Schafen.

Für ihren hochgelobten Schwarzweißroman (FVA, 2005) wurde sie mit dem Literaturpreis Ruhrgebiet 2005 und dem Literaturförderpreis der Stadt Meersburg 2006 ausgezeichnet.

Internet: [www.frankfurter-verlagsanstalt.de/frames/fva_a_frs_autoren.html]